...was ich für andere tue.

Von Pastor Michael Behrens

Die Welt verändert sich. Unser Land verändert sich. Wir verändern uns. In diesen letzten zwei Monaten so stark und schnell wie noch nie zuvor. Und das, obwohl uns doch Veränderung immer schwer gefallen ist und immer noch schwer fällt. 

Wir müssen uns verändern. Wir müssen uns anpassen, an die neue Welt in der wir nun leben. Denn wir müssen irgendwie mit der neuen Krankheit umgehen, mit der unglaublich schnellen Verbreitung und der unglaublich hohen Ansteckungsgefahr. Die aktuellen Maßnahmen sind schwerwiegend und folgenreich. Sie erhitzen die Gemüter und sind manchmal nicht einfach nachzuvollziehen. Aber: Sind sie hilfreich? Ich denke ja. Gleichzeitig habe ich auch gut reden: Ich bekomme weiterhin mein volles Gehalt, ich kann meine Arbeit sowieso von Zuhause aus machen und mein Garten ist groß genug.

Aber ich merke auch, wie schwer mir das fällt, wie viel Kontakt ich vorher zu Menschen hatte, wie sehr Gemeinde doch in der Gemeinschaft lebt und sich zeigt. Daher freue ich mich einerseits, dass wir in der kommenden Zeit wieder Gottesdienste anbieten. Andererseits besorgt es mich ein bisschen: Könnten wir dadurch eine neue Welle auslösen?

Deshalb ist es für mich, für Sie, für jeden so wichtig, sich weiterhin an die Maßnahmen zu halten. In unserer Gesellschaft, aber auch in der Kirche. Deshalb werden Sie mich nun öfter damit sehen: Meine neue Mund-Nase-Maske. Ein großartiges Geschenk, für das ich auf diesem Wege noch einmal ganz herzlich Danke sagen möchte. 

Diese Maske ist schwarz und hat ein weißes Quadrat oben aufgesetzt. Damit sieht es nach meiner Dienstkleidung aus: Schwarzer Anzug, schwarzes Collarhemd. Das sind die Hemden, die oben am Kragen die Möglichkeit bieten, ein kleines, weißes Stück Plastik einzusetzen. Und die dann so aussehen wie diese Maske. So kann ich schon von weitem erkannt werden. Und das ist auch gut so, denn „von weitem“ hat uns nun schon einige Zeit begleitet und wird es auch weiterhin tun. Selbst wenn die momentan bestehenden Maßnahmen in der kommenden Zeit gelockert werden, sollten wir dennoch vorsichtig sein.

Und gerade weil es Menschen gibt, die all das für Blödsinn halten und sich lieber Verschwörungstheorien zu Gemüte führen, ist mein Rat: Lesen Sie es selbst nach, forschen Sie selbst nach. Überlegen Sie, was davon Sie überhaupt betrifft. Und überlegen Sie an welcher Stelle anderer vielleicht mehr Schutz und Rücksicht brauchen, als Sie selbst.

Amen.

Bibeltext zur Andacht: Matthäus 25,40

Und Jesus antwortete: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan!"